EK Eiskletterkurs Eispark Osttirol | © DAV Gangkofen/Martin Götz - Eiskletterkurs - Mixed Route

Eiskletterkurs im Eispark Osttirol

Zwei Tage Eisklettern mit dem Bergführer Tobias Stampfl

03.02.2026

Am vorletzten Wochenende führte die Alpenvereinssektion Gangkofen einen Anfängerkurs im Eisklettern durch. Der Kurs eignete sich perfekt, um einen fundierten Einstieg in diese technisch anspruchsvolle und zugleich so faszinierende Disziplin zu bekommen.

Bereits am Freitag ging es für die fünf Vereinsmitglieder nach Matrei. Der Eispark Osttirol ist ein künstlich angelegter Eispark, der alle Möglichkeiten des Eiskletterns, sowohl für Einsteiger als auch für Erfahrene, bietet.

Der Kurs wurde von unserem Tourenleiter Martin Götz organisiert und von dem Bergführer Tobias Stampfl durchgeführt, der bereits vor zwei Jahren einen Schnuppertag im Eisklettern für uns geleitet hatte.

Anreisetag

Wir haben im Matreier Tauernhaus übernachtet. Von dort aus ist der Eispark fußläufig zu erreichen und das Auto konnte zwei Tage lang stehen bleiben.

Der Vorteil der Anfahrt am Freitag war, dass wir am Samstag den ganzen Tag für die Ausbildung zur Verfügung hatten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde die Ausrüstung durchgesprochen und die Steigeisen an die jeweiligen Schuhe angepasst.

Tag 1:

Der Kurstag begann mit einem gemeinsamen Treffen vor dem Matreier Tauernhaus. Nach einem Kennenlernen mit dem Bergführer Tobias folgte ein gründlicher Ausrüstungscheck. Zur persönlichen Grundausrüstung zählten Klettergurt, Helm, Sicherungsgerät sowie steigeisenfeste Bergschuhe – alternativ waren auch Skischuhe fürs Tourengehen möglich. Die benötigten Steigeisen und Eisgeräte wurden bei Bedarf zur Verfügung gestellt.  

Gemeinsam gingen wir anschließend zum nahegelegenen Eiskletterpark. Dieser ist künstlich angelegt: Über ein Rohrsystem wird Wasser von oben herabgleitet, das bei niedrigen Temperaturen gefriert und so stetig wachsende Eisstrukturen bildet – ideale Bedingungen für Ausbildung und Training.

Während wir unsere Ausrüstung anlegten, stieg der Bergführer bereits im Vorstieg gesichert nach oben, um eine Toprope einzuhängen.

Dann hieß es: einfach mal loslegen. Die ersten Schritte auf dem Eis mit Steigeisen waren ungewohnt und anfangs durchaus etwas unheimlich. Vor allem das Vertrauen darauf, mit dem gesamten Körpergewicht auf lediglich zwei Zacken im Eis zu stehen, musste sich erst entwickeln. 

Zwischendurch traf sich die Gruppe immer wieder zur gemeinsamen Besprechung. Bergführer Tobias gab wertvolle Tipps und erklärte zentrale Technikgrundlagen. Ein besonders wichtiges Learning war die Y-Position: Man sollte mit den Beinen und einem Arm immer ein Y bilden, da dies den stabilen Stand im Eis ermöglicht. Diese Technik wird vor allem in steileren Eispassagen oder beim Vorstieg wichtig, etwa beim Eisschrauben eindrehen. 

Sehr hilfreich war auch, dass Tobias von jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer kurze Videos machte und diese direkt analysierte. So bekam man konkretes Feedback, wo es noch an der Technik fehlte und worauf man noch achten sollte.

Zu Beginn schlug man oft den Eispickel noch sehr kraftvoll ins Eis, um einen vermeintlich sicheren Halt zu haben. Mit der Zeit wurde jedoch klar, dass es oft genügt, den Pickel in bereits vorhandene Einschläge einzuhängen. Das spart enorm viel Kraft. Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Tages war daher: Gute Technik ersetzt rohe Kraft.

Wir kletterten verschiedene Routen, zunächst ausschließlich in Toprope, um Sicherheit und Gefühl fürs Eis zu entwickeln. 

Die Mittagspause verbrachten wir gemütlich im Tipi direkt im Eiskletterpark. Danach ging es weiter mit einer Mixed-Tour, bei der sowohl am Fels als auch am Eis geklettert wurde – eine spannende zusätzliche Herausforderung. 

Den ganzen Tag über schneite es immer wieder, was dem Kurs eine ganz besondere Atmosphäre verlieh: ein echtes Winter Wonderland!

Von der Öffnung des Eiskletterparkt um 9:00 Uhr bis etwa 15:00 Uhr waren wir durchgehend im Eis unterwegs. Anschließend kehrten wir zum Aufwärmen ins Tauernhaus zurück, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Tag Revue passieren ließen und gemeinsam zu Abend aßen. 

Zum Abschluss zeigte uns Bergführer Tobias noch, wie man seine Eisgeräte und Steigeisen richtig schleift, da diese durch das Schlagen ins Eis mit der Zeit stumpf werden – eine ganz normale Abnutzung, die regelmäßige Pflege erfordert.

Text von Jennifer S.

An dieser Stelle danken wir der Firma C.A.M.P. sowie deren örtlichem Händler "Fels & Eis" ausdrücklich. Ihr Beitrag zu diesem rundum gelungenen Wochenende war nicht zu unterschätzen. Denn sie haben uns Steileisgeräte und Steigeisen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Tag 2:

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Klettern, Eisschrauben setzen und anwenden“.
Der perfekte Ort dafür war das hintere Ende des Eisparks mit seinen leichten Eisfällen. Nach einer lehrreichen Einführung in das Thema „Eisschrauben setzen“ durch unseren Bergführer wurde das Gelernte von uns Teilnehmern voller Tatendrang geübt und ausprobiert.

Vom Vorstieg über den „Vorstieg mit Hintersicherung“ bis hin zum Toprope war für jeden etwas dabei, sodass alle auf ihre Kosten kamen. Die Meter im Eis wurden nur so abgespult, und mit jedem Versuch verbesserte sich die Technik spürbar.

Neben den Eisfällen stand uns auch ein Mixed-Gelände zur Verfügung – eine Kombination aus Fels und Eis. Auch diese Routen wurden erfolgreich beklettert.

„Wie Reinhard Karl sagte: „Wirklich oben bist du niemals.“
Denn beim Eisklettern kommt es nicht nur auf den Gipfel an, sondern auf die Erfahrung, den Weg und den gemeinsamen Moment.

Text von Pablo H.

Ein großes Dankeschön gilt unserem Tourenleiter Martin für die hervorragende Organisation und unserem Bergführer Tobias Stampfl für die gelungene Ausbildung.

Die Teilnehmer: Jennifer S., Leon S., Pablo H., Monika H. und Martin Götz (Tourenleiter) sowie Tobias Stampfl (Bergführer)