Tag 1:
Der Kurstag begann mit einem gemeinsamen Treffen vor dem Matreier Tauernhaus. Nach einem Kennenlernen mit dem Bergführer Tobias folgte ein gründlicher Ausrüstungscheck. Zur persönlichen Grundausrüstung zählten Klettergurt, Helm, Sicherungsgerät sowie steigeisenfeste Bergschuhe – alternativ waren auch Skischuhe fürs Tourengehen möglich. Die benötigten Steigeisen und Eisgeräte wurden bei Bedarf zur Verfügung gestellt.
Gemeinsam gingen wir anschließend zum nahegelegenen Eiskletterpark. Dieser ist künstlich angelegt: Über ein Rohrsystem wird Wasser von oben herabgleitet, das bei niedrigen Temperaturen gefriert und so stetig wachsende Eisstrukturen bildet – ideale Bedingungen für Ausbildung und Training.
Während wir unsere Ausrüstung anlegten, stieg der Bergführer bereits im Vorstieg gesichert nach oben, um eine Toprope einzuhängen.
Dann hieß es: einfach mal loslegen. Die ersten Schritte auf dem Eis mit Steigeisen waren ungewohnt und anfangs durchaus etwas unheimlich. Vor allem das Vertrauen darauf, mit dem gesamten Körpergewicht auf lediglich zwei Zacken im Eis zu stehen, musste sich erst entwickeln.
Zwischendurch traf sich die Gruppe immer wieder zur gemeinsamen Besprechung. Bergführer Tobias gab wertvolle Tipps und erklärte zentrale Technikgrundlagen. Ein besonders wichtiges Learning war die Y-Position: Man sollte mit den Beinen und einem Arm immer ein Y bilden, da dies den stabilen Stand im Eis ermöglicht. Diese Technik wird vor allem in steileren Eispassagen oder beim Vorstieg wichtig, etwa beim Eisschrauben eindrehen.
Sehr hilfreich war auch, dass Tobias von jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer kurze Videos machte und diese direkt analysierte. So bekam man konkretes Feedback, wo es noch an der Technik fehlte und worauf man noch achten sollte.
Zu Beginn schlug man oft den Eispickel noch sehr kraftvoll ins Eis, um einen vermeintlich sicheren Halt zu haben. Mit der Zeit wurde jedoch klar, dass es oft genügt, den Pickel in bereits vorhandene Einschläge einzuhängen. Das spart enorm viel Kraft. Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Tages war daher: Gute Technik ersetzt rohe Kraft.
Wir kletterten verschiedene Routen, zunächst ausschließlich in Toprope, um Sicherheit und Gefühl fürs Eis zu entwickeln.
Die Mittagspause verbrachten wir gemütlich im Tipi direkt im Eiskletterpark. Danach ging es weiter mit einer Mixed-Tour, bei der sowohl am Fels als auch am Eis geklettert wurde – eine spannende zusätzliche Herausforderung.
Den ganzen Tag über schneite es immer wieder, was dem Kurs eine ganz besondere Atmosphäre verlieh: ein echtes Winter Wonderland!
Von der Öffnung des Eiskletterparkt um 9:00 Uhr bis etwa 15:00 Uhr waren wir durchgehend im Eis unterwegs. Anschließend kehrten wir zum Aufwärmen ins Tauernhaus zurück, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Tag Revue passieren ließen und gemeinsam zu Abend aßen.
Zum Abschluss zeigte uns Bergführer Tobias noch, wie man seine Eisgeräte und Steigeisen richtig schleift, da diese durch das Schlagen ins Eis mit der Zeit stumpf werden – eine ganz normale Abnutzung, die regelmäßige Pflege erfordert.
Text von Jennifer S.
An dieser Stelle danken wir der Firma C.A.M.P. sowie deren örtlichem Händler "Fels & Eis" ausdrücklich. Ihr Beitrag zu diesem rundum gelungenen Wochenende war nicht zu unterschätzen. Denn sie haben uns Steileisgeräte und Steigeisen kostenlos zur Verfügung gestellt.