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„ Ick bin een Berliner“ – mit dem Fahrrad zum Bergsteigen

01.08.2018

Kombinierte Rad-Bergtour zur Berliner Hütte

Samstag, 28.7.18

Vom Bahnhof Vilsbiburg aus ging es für die 8-köpfige Gruppe erst mal mit dem Zug nach Rosenheim. Martin und ich waren ja schon von Gangkofen, bzw. Massing aus geradelt

und nutzten die Zugfahrt um uns wieder etwas zu regenerieren. Nachdem am Bahnhof Rosenheim Joseph von der Sektion TK- München zu uns gestoßen war radelten wir bei schönstem Wetter durch die Stadt an der Mangfall entlang zum Inntalradweg. Dort gab es gleich einen kurzen Stop zum „Sektempfang“.

Weiter ging es auf dem gut ausgebauten Radweg  am Inn entlang. Ein kurzes Stück verließen wir den Radweg und genossen die Abwechslung eines leichten Trails durch den Wald, vor allem aber den Schatten der Bäume. Inzwischen war die Quecksilbersäule nämlich ziemlich hoch geklettert, so dass die von Klaus vorgesehene „Fleißaufgabe“, der Aufstieg zum Peterskirchal, gestrichen wurde. Statt dessen besichtigten wir den Gletscherschliff bei Fischbach der quasi direkt am Radweg liegt. Auf unserer Weiterfahrt kamen wir dann doch tatsächlich an Köln vorbei!

Also für alle die es bisher nicht wussten: der Weg vom Rottal in die Berge führt über Köln!

Nach einer kurzen Kaffeepause in Kufstein nahmen wir die letzten Kilometer in Angriff und erreichten gegen 16.00 Uhr unser Quartier, das Hotel Maria-Steiner- Hof. Dort nutzten wir die Gelegenheit die Wallfahrtskirche Maria-Stein zu besichtigen und besuchten den Abendgottesdienst.

Sonntag, 29.7.18

Gegen 9.15 Uhr brachen wir auf, zunächst noch am Inn entlang um dann später auf den Zillertal-Radweg entlang der Ziller zu wechseln.  Auch heute wurde es schnell ziemlich heiß und als wir an einem Modellflugplatz vorbeikamen und dort einen Eiswagen entdeckten, wurde  schnell beschlossen, hier eine Pause bei einem guten italienischen Eis einzulegen.

Fünf Stunden nach unserem Aufbruch trafen wir in Mayrhofen ein. Dort trafen wir uns am Bahnhof mit unserem „Engel“ Robert, der mit dem Auto unser Bergequipment, aber vor allem auch einen Anhänger mitgebracht hatte. Mit Hilfe von Auto und Hänger wurden sowohl die Räder als auch wir Radfahrer in zwei Fuhren zum Alpengasthaus Breitlahner ins Bergdorf Ginzling transportiert. Hier hatten wir Quartier für eine Nacht und konnten unsere Räder im Schuppen einstellen. Später stießen noch unser  zweiter „Engel“, Hochtourenführer Max, sowie Petra und Franz zu uns, sie hatten den Tag mit Klettern verbracht.

Montag, 30.7.18

In drei Stunden stiegen wir zur Berliner Hütte (2042m)  auf. Nach  Lagerverteilung und Mittagessen starteten wir gegen 13.00 Uhr zu unserem Nachmittagsprogramm. Eine kleinere Gruppe machte sich auf, den Gipfel „Am Horn“ zu erklimmen während der größere Teil zum Schwarzen-See hinauf wanderte. Dort genossen einige von uns ein äußerst erfrischendes Bad, war es doch auch heute wieder reichlich heiß, sogar in dieser Höhe! Die Berliner Hütte ist die älteste Schutzhütte der Zillertaler Alpen, 1879 erstand der erste Bau, der durch spätere An- und Umbauten ständig erweitert wurde.

Sehr sehenswert ist der große Gastraum, auch Berliner Saal genannt, mit seinen Wandvertäfelungen und den Kronleuchtern aus Holz. Aber auch das Treppenhaus und die weiteren Speiseräume sind sehr beeindruckend. So nahmen wir unser Abendessen im „Damen-Saal“ ein. So genannt da das Geld für seine Erbauung von den Damen einer Berliner Tanzschule gespendet wurde.

Dienstag, 31.7.18

Der wichtigste Tag der gesamten Tour: Hochtour zur Berliner Spitze über den Gletscher! Frühstück ab 5.30 Uhr, Aufbruch um 6.10 Uhr! Für diese 40 Minuten handelten wir uns vom Hochtourenführer ein dickes Lob ein. Nach zwei Stunden Aufstieg in der kühlen Morgenluft erreichten wir die ersten Schneefelder, nach einer weiteren Stunde waren wir am Gletscher angekommen. Auch das Anlegen der Gurte sowie der Steigeisen und die Bildung der Seilschaften gingen relativ rasch voran. Mit zwei 4-er und einer 5-er Seilschaft stiegen wir in weiten Serpentinen den Gletscher hinauf

und erreichten nach insgesamt 5 Stunden den Fuß des Gipfelaufbaus. Allerdings erwies sich der weitere Aufstieg zum Gipfel durch das felsige Gelände gleich zu Anfang als sehr schwierig. So kletterten nur fünf von uns bis ganz hinauf.

Wir anderen setzten uns in die Sonne und genossen den Blick auf die umliegenden Gletscher und Berggipfel. Wie uns die Gipfelstürmer berichteten war der Aufstieg teilweise Kletterei im Schwierigkeitsgrad II und so hatte sich unsere Entscheidung unten zu bleiben als gut und richtig erwiesen. Der Abstieg zur Hütte war dann noch richtig schweißtreibend. Vor allem das von großen Felsblöcken durchzogene Gelände gleich unterhalb des Gletschers war so richtig aufgeheizt. Gegen 17.20 Uhr, also gut 11 Stunden nach Aufbruch, waren wir wieder auf der Hütte zurück.

Abstieg von der Berliner Spitze

Mittwoch, 1.8.18

Nach dem Abstieg zum Alpengasthaus Breitlahner holten wir unsere Räder aus dem Schuppen und verluden diese, sowie unser Gepäck in den Hänger und die beiden Autos. Da ein Auto mit Radständer ausgestattet war konnten alle Räder untergebracht werden. Einige Teilnehmer traten die Heimreise per Bahn an, was ohne Fahrräder wesentlich entspannter ist als mit! Alle anderen konnten in einem der beiden Autos mitfahren.

Für nächstes Jahr hat uns Klaus eine Tour ganz ohne „Engel“ angekündigt, was bedeutet dass wir unsere komplette Rad- und Bergausrüstung selber, also aus eigener Kraft transportieren müssen. „By fear means“ eben. Wir dürfen also gespannt sein!

 

Bericht: Christiane