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Bahnberge Zillertal – Fünf Tage unterwegs auf dem Berliner Höhenweg

04.08.2026

Tag 1, Sonntag, 26.07.26:

Pünktlich um 6:00 Uhr saßen wir zu dritt im Zug von Vilsbiburg nach Kufstein. Dort ging es weiter nach Jenbach wo wir auf die Zillertaler Schmalspurbahn wechselten, noch einmal umsteigen in Mayrhofen in den Bus und an der Haltestelle Teufelsbrücke hatten wir den Ausgangspunkt unserer Wanderroute erreicht. 

Bei leichtem Nieselregen begannen wir den drei-stündigen Anstieg zur Gamshütte (1921m). Der Weg führte etwa 6 km, moderat ansteigend, durch dichten Wald aufwärts. Leider setzte nach ca. einer Stunde Dauerregen ein so dass, als wir die Gamshütte erreichten, Rucksackregenüberzug, Regenjacken sowie Schuhe etwas durchnässt waren. Vorerst konnten wir alles im Schuhraum zum Trocknen aufhängen. Nach dem Abendessen wurde dann der Ofen in der Gaststube eingeheizt und ein Wäscheständer aufgestellt der sich schnell mit feuchten Kleidungsstücken füllte.

Tag 2, Montag, 27.07.26:

Unsere nassen Sachen waren zum Glück trocken, lediglich die Schuhe noch leicht klamm und für heute waren nur ein paar kleine Schauer angekündigt. Nach einem guten Frühstück marschierten wir bereits um 7:15 Uhr los, hatten wir doch die längste Etappe mit 9 Stunden Gehzeit und 14 km Wegstrecke bis zum Friesenberghaus (2498 m) zu bewältigen. Mal bergauf, dann wieder flach dahin und auch mal abwärts führte unser Steig durch die abwechslungsreiche Gebirgslandschaft. Ein kleiner Stau, bedingt durch eine Schafherde mitten auf dem Weg, die uns dann als wir endlich überholt hatten, auch noch ein gutes Stück des Weges verfolgte, sorgte bei uns und auch bei anderen Wanderern für Erheiterung. Trotz zweier längerer Pausen erreichten wir unser Tagesziel schon gegen 16:15 Uhr und die angekündigten Schauer waren auch ausgeblieben.

Tag 3, Dienstag, 28.07.26:

Dies war ein etwas entspannterer Tag, laut Wetterbericht Sonnenschein und nur 5 Stunden Gehzeit für 13,8 km. Um 7:45 Uhr brachen wir auf Richtung Olpererhütte (2388m) die wir bereits nach 2 Stunden erreichten. Nach einer Cappucino-Pause stiegen wir weiter ab zum Schlegeisspeicher (1800 m) wo wir Mittagspause machten, ehe wir zum Furtschagelhaus (2295 m), unserem heutigen Tagesziel, aufstiegen. Doch bevor wir uns an den Aufstieg machen konnten, mussten wir erst noch gut eine Stunde am Speichersee und am Bach entlang marschieren. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir die Hütte und ein entspannter Restnachmittag, um sich von den Strapazen des Vortages zu erholen und zu regenerieren, lag vor uns. Da es auf dem Furtschagelhaus kein Internet gibt informierte der Hüttenwirt nach dem Abendessen noch kurz über den aktuellen Wetterbericht für den nächsten Tag. Erleichtert nahmen alle zur Kenntnis dass das ursprünglich für nachmittags angekündigte Gewitter erst gegen Abend eintreffen würde.

Tag 4, Mittwoch, 29.07.26:

Heute stand die „Königsetappe“ unserer Tour an: Aufstieg zum Schönbichler Horn (3134 m) und anschließend Abstieg zur Berliner Hütte (2042 m). Aufbruch um 7:30 Uhr, zunächst auf steilem Steig ansteigend, packten wir später unsere Wanderstöcke in den Rucksack um in den drahtseilversicherten Passagen beide Hände frei zu haben. Gegen 10:00 Uhr erreichten wir den Gipfel und stiegen nach kurzer Pause ab Richtung Berliner Hütte. Zunächst gab es auch hier Drahtseilversicherungen, dann führte der Weg am Grat entlang durch teilweise grobblockiges Gelände und schließlich über steile Wiesenhänge hinab. Dabei sah man schon relativ bald das weit unten liegende Ziel: die Berliner Hütte. Diese Hütte wurde 1879 eröffnet und erhielt bis 1911 mehrere Anbauten, sie ist die größte Schutzhütte der Zillertaler Alpen, steht seit 1996 unter Denkmalschutz und besitzt eine ganz besondere Atmosphäre.

Tag 5, Donnerstag, 30.07.26:

Nach gut zweieinhalb Stunden Abstieg erreichten wir nicht nur die Bushaltestelle Breitlahner sondern auch die Sommerhitze im Tal. Mit dem Bus ging es nach Mayrhofen wo wir auf die Zillertaler Schmalspurbahn wechselten und dann ab Jenbach weiter mit  ÖBB und DB. Trotz Schienenersatzverkehr zwischen Rosenheim und Wasserburg verlief die Heimfahrt genauso störungsfrei wie die Anreise. Alle Züge pünktlich, alle Anschlüsse erreicht. Die Bahn kanns, zumindest manchmal.

Danke Reinhard für die Vorbereitung, Organisation und Durchführung dieser wirklich abwechslungsreichen und eindrucksvollen Tour! Ich freu mich jedenfalls schon auf Teil zwei des Berlinerhöhenwegs.

 

Bericht: Christiane