Drei Etappen des bekannten Karwendel-Höhenwegs liegen auf der von uns modifizierten Strecke.
Diese führt von Seefeld zur Bergstation Seegrube, die oberhalb von Innsbruck liegt. Der Start erfolgte nicht in Reith, sondern an der Bergstation der Rosshütte-Seilbahn oberhalb von Seefeld.
Auf dem Weg lagen auch vier Klettersteige: Am ersten Tag der Seefelder Panorama-Steig auf die Seefelder Spitze sowie der Haymon-Steig auf die Reither Spitze, am zweiten Tag der Zirler Steig auf die Erlspitze und am dritten Tag der zweite Abschnitt des Nordketten-Steigs vom Berg „Frau Hitt” in Richtung Langer Sattel.
Sechs Mitglieder der Sektion Gangkofen unternahmen diese spannende und abwechslungsreiche Tour mit dem Tourenleiter Martin Götz.
Mit dem Vereinsbus fuhren wir nach Innsbruck in die Nähe des ORF-Tirol-Hauses. In der Nähe befindet sich eine Haltestelle der Hungerburgbahn, mit der wir am Sonntag wieder hinunterfahren wollten.
So nah wie möglich parkten wir den Bus am ORF-Tirol Haus und gingen zu Fuß zum Hauptbahnhof. Von diesem fuhren wir mit der Bahn weiter nach Seefeld. Zu Fuß ging es weiter zur Talstation der Rosshütte Bergbahn.
Seefelder Panorama Klettersteig zur Seefelder Spitze
Von der Bergstation dieser Standseilbahn wanderten wir einen kurzen Bergweg bis zum Einstieg des Seefelder Panorama-Klettersteigs.
Die Tourismusorganisation Region Seefeld hat zu diesem bestehenden Klettersteig zwei neue Klettersteige gebaut: den Haymon-Klettersteig zur Reither Spitze und den Thyrsus-Klettersteig zum Härmelekopf. Diese wurden erst Anfang Juli 2026 eröffnet.
Der Panorama-Klettersteig zur Seefelder Spitze ist mit der Schwierigkeit C/D der schwerste der drei Steige und wurde von uns allen problemlos gemeistert.
Vom Ausstieg an der Seefelder Spitze wanderten wir zum Einstieg des Haymon-Steigs hinüber.
Zwei von uns stiegen über den Normalweg auf die Reither Spitze auf, während die anderen vier den neuen Klettersteig bestiegen.
Dieser Klettersteig enthält, da er noch neu ist, sehr viel brüchiges Material, was die Sicherheit beeinträchtigt. Die Steiganlage ist bei einer Schwierigkeit C aber wirklich toll angelegt worden.
Am Gipfel der Reither Spitze war die Gruppe dann wieder vereint und wir machten uns auf den kurzen Abstieg zur Nördlinger Hütte.
Die Nördlinger Hütte hat nur noch bis August 2026 geöffnet. Danach wird sie bis auf die Grundmauern zurückgebaut und soll 2028 neu eröffnet werden.
Wir waren von dem tollen Team um Hüttenwirt Tobias begeistert und verbrachten dort einen schönen Abend.
2. Tag Von der Nördlinger Hütte zum Solsteinhaus
Am nächsten Morgen brachen wir zeitig Richtung Solsteinhaus auf. Die meisten Wanderer, die den Karwendel-Höhenweg gehen, wählen den Wanderweg 74 vom Ursprung Sattel zur Eppzirler Scharte.
Wir entschieden uns jedoch für den Freiung Höhenweg. Dieser Weg ist sehr abwechslungsreich, führt über viele Grate und vorbei an steilen Hängen und bringt einen ebenfalls zur Eppzirler Scharte.
Das Kalkgestein im Karwendel ähnelt dem in den Dolomiten und ist ebenso brüchig. Nach Starkregenereignissen werden die Wege daher stark ausgewaschen. Das war auch an einigen wenigen Stellen des Freiunger Höhenwegs der Fall.
Die für den Wegeunterhalt zuständige Sektion Nördlingen bemüht sich nach Kräften, den Weg begehbar zu halten. So trafen wir etwa auf der Hälfte des Weges ein Sektionsmitglied, das neue Markierungen anbrachte. Ein paar schwierige Stellen mussten jedoch mit Mut und sicherem Schritt gemeistert werden.
Für die andere Dreiergruppe das Tagesziel erreicht und die drei stiegen direkt zum Solsteinhaus ab.
Das Solsteinhaus ist eine modern eingerichtete Hütte, die den Aufenthalt so angenehm wie möglich macht. Auch dort verbrachten wir einen angenehmen Abend.
3. Tag Vom Solsteinhaus zur Seegrube
Wegen der Hitze hat das Hüttenteam am dritten Tag ein früheres Frühstück angeboten, sodass wir uns zeitig auf den Weg machen konnten.
Dieses Mal führte der Weg zunächst weit hinab. Die vielen Höhenmeter, die wir im Abstieg zurückgelegt hatten, mussten wir dann auf dem Gipfelstürmerweg wieder aufsteigen.
Der Gipfelstürmerweg ist um einiges angenehmer und einfacher zu begehen als der Freiunger Höhenweg. Aber auch in diesem Steig gab es einen schwierigen Abstieg in einer steilen Rinne über rutschigen Split.
Im Frau-Hitt-Kar ging es noch einmal unangenehm im Schutt steil bergauf.
Nach einer kurzen Pause stiegen alle sechs in den Nordkettensteig ein.
Der Innsbrucker bzw. Nordketten Klettersteig gliedert sich in zwei Abschnitte im Verhältnis zwei zu einem Drittel.
Wir nutzten das eine Drittel, um danach über den Langen Sattel zur Seegrube abzusteigen.
Der Nordkettensteig ist ein typischer Gratklettersteig alter Bauart. Zwar wurde das Seil erneuert, es gibt aber immer noch einige ungesicherte Passagen. Als Gratsteig müssen auch viele Abschnitte abgeklettert werden. Entsprechend abwechslungsreich gestaltete sich dieser Klettersteig.
Von der Seegrube aus fuhren wir zuerst mit der Seilbahn hinab zum Hafelekar und von dort aus mit der Standseilbahn hinab nach Innsbruck bis zur Haltestelle ORF Tirol.
Von dort aus war es nur noch ein kurzer Fußweg zum geparkten Vereinsbus.
Mit diesem ging es auf direktem Weg und mit dem obligatorischen Stau an der Grenze zurück nach Vilsbiburg.
Die drei Tage waren nicht nur wegen des besonders heißen Wetters fordernd. Auch die Länge der Wege und die Klettersteige waren anspruchsvoll. Trotz der Anstrengung waren es drei gelungene Tage im Karwendel mit dem Wunsch nach einer neuen ähnlichen Unternehmung im nächsten Jahr.
Die Teilnehmer: Melanie L., Thomas L., Martin S., Jürgen F., Franz S. und Martin Götz (Tourenleiter)
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