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Durchs Karwendelgebirge

von Mittenwald zum Großen Ahornboden

28.08.2026

Freitag, 28.08.26: Unter der Führung von Wanderleiter Bernd Aigner machten sich sieben Mitglieder der Sektion mit „Öffis“ auf den Weg ins Karwendelgebirge.

An der Bushaltestelle Kaserne Mittenwald begann der Aufstieg zur neu renovierten Hochlandhütte (1623m). Zuerst führte der Weg auf einer Schotterstraße, entlang eines Baches steil bergan und ging dann auf einem kleinen Steig im Wald weiter.

Gerade als wir nach 2 ¼ Std. die Hochlandhütte erreichten, setzte leichter Regen ein. Wir waren überrascht, dass wir die angegebene Taferlzeit von 3 Std. unterbieten konnten, Bernd hatte uns nämlich auf der Anfahrt erzählt dass die Taferlzeiten im Karwendel teilweise sehr knapp bemessen sind.  Nachdem wir uns in dem uns zugeteilten Schlaflager „häuslich“ eingerichtet hatten, saßen wir gemütlich in der Gaststube bei Kaffee und Kuchen beisammen, als der leichte Nieselregen in einen heftigen Regenschauer überging. Später trafen noch etliche ziemlich durchnässte Wanderer auf der Hütte ein.

Unser Ziel für den nächsten Tag war das Karwendelhaus (1771m), laut Wegweiser und auch einiger Beschreibungen auf verschiedenen Internetseiten in fünf Stunden zu erreichen. Aber Bernd hatte die Tour ja schon einige Zeit vorher gemacht um sich einen Überblick zu verschaffen und wusste deshalb dass es mindestens sieben Stunden sein würden und auch der Wirt des Karwendelhauses hatte ihm damals bestätigt dass seines Wissens kein Wanderer bisher die Strecke unter sieben Stunden Gehzeit geschafft habe. Also legten wir die Aufbruchszeit für den zweiten Tag unserer Tour auf 8:00 Uhr fest.

Samstag, 29.08.26:

Bei schönem, aber kaltem Wetter marschierten wir pünktlich los, zunächst zügig bergauf zum Wörnersattel wo wir eine erste etwas längere Pause machten, die wir zum Essen und Trinken nutzten. Weiter ging es, mehrere steile Geröllfelder querend, wobei die Zustiege und Ausstiege dieser Geröllfelder sehr anspruchsvoll waren. Hier war absolute Trittsicherheit und Konzentration gefordert.

Nachdem wir noch den drahtseilversicherten Gjaidsteig und die Bäralpl-Scharte bezwungen hatten wurden das Gelände und die Wegführung wieder etwas entspannter.

Noch einmal machten wir eine längere Pause um uns für die letzte Wegstrecke zum Karwendelhaus zu stärken. Weit voraus konnten wir unser Tagesziel schon sehen und stellten fest, dass unser Weg erst einmal ein gutes Stück abwärts verlief ehe er am gegenüberliegenden Hang hinauf zur Hütte führte. Schon fast am Ziel gab es noch etwas Aufregung da wir auf einen Bergsteiger trafen, der seine Frau suchte. Sie waren sich beim Abstieg zu ihren Rädern uneinig über die richtige Wegführung gewesen und hatten sich deshalb getrennt. Als der Mann bei den abgestellten Rädern vergebens auf seine Frau wartete, machte er sich auf die Suche. Bernd und Klaus schwärmten kurzentschlossen mit ihm aus, um ihn bei der Suche zu unterstützen und alsbald wurde die Bergsteigerin unversehrt gefunden. So konnten wir auch an diesem Tag, nach über 8 Std. Gehzeit inklusive Pausen, wieder einen entspannten Hüttenabend bei gutem Essen verbringen.

Für den nächsten Tag wurde der Aufbruch wieder auf 8:00 Uhr festgelegt. Die Etappe am dritten Tag war zwar etwas kürzer aber wir wollten am Talschluss möglichst den Bus um 16:25 Uhr erreichen, damit es mit der Heimfahrt mit den „Öffis“ nicht zu spät würde.

Sonntag, 30.08.26: Nach einem sehr üppigen Frühstück machten wir uns abmarschbereit und baten den Hüttenwirt noch ein Gruppenfoto von uns zu machen.

Zunächst wanderten wir gut 3 Std. auf einem kleinen Pfad bergauf, immer abseits der Schotterstraße die hauptsächlich den Mountain-Bikern vorbehalten ist. Kurz bevor wir die Falkenhütte (1848m) erreichten, wurde unser Weg links und rechts von Wiesenhängen flankiert, auf denen sich doch tatsächlich mehrere Murmeltiere tummelten.

Diese ließen sich von der Anwesenheit zahlreicher Wanderer nicht stören und so konnten wir sie einige Zeit beobachten. Nach einer ausgedehnteren Pause auf der Falkenhütte setzten wir unseren Weg fort. Erst ging es in ziemlich flacher Wegführung unterhalb eines Schotterfeldes entlang, dann folgte nochmals ein kurzer Anstieg. Als bei einer kurzen Trinkpause einige „renitente“ Gruppenmitglieder diese auch noch zur Ausziehpause ausdehnten gab es eine Rüge von unserem „Herrn Doktor“: Man solle sich doch bitte nicht einfach über die Anweisungen des Guides hinwegsetzen.  Dies wurde mit allgemeinen Gelächter quitiert.  Wir alle wussten ja dass besagter“ Herr Doktor“  gern zu Scherzen aufgelegt ist. Überhaupt kam der Spaß während der drei Tage trotz der körperlichen Anstrengung nie zu kurz.

Nach gut 6 ½ Std. inklusive Pausen erreichten wir den Talschluß Eng-Alm am Großen Ahornboden wo wir nochmals einkehrten. Dann noch etwa 15 Min. Fußmarsch auf geteertem Weg und die Bushaltestelle war erreicht.

Pünktlich um 16:25 saßen wir im Bus nach Lenggries, so dass wir unsere geplanten Züge für die Heimfahrt über München und Landshut nach Vilsbiburg, bzw. für Ulli und Hermann über München und Rosenheim nach Prien erreichten.

Wieder einmal drei schöne, eindrucksvolle Bergtage bei schönstem Wetter im Kreise von tollen, humorvollen Bergkamerad*innen. An- und Heimreise mit Öffis, entgegen aller Unkenrufen eines gewissen Klaus, problemlos. Keine Verspätungen, alle Anschlüsse erreicht. Die Bahn kanns! Zumindest manchmal!

Danke an Bernd fürs Planen und Organisieren und wir hoffen auf weitere Touren in den nächsten Jahren, gerne wieder im Karwendel. Auch wenn die Wege dort oft weit und die Tagesetappen lang sind.

 

Bericht: Chrisitane