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Firnausbildung und Spaltenbergung im Kaunertal

04.08.2023

Ein ganz besonderes Hütten-Schmankerl hatten Tourenorganisator Max Altmannshofer und Michael Rettenbeck für diese Ausbildung gefunden: Die Rauhekopfhütte im hinteren Kaunertal.

Schon in der Überschrift der Homepage steht: „Wer hierher will, muss den Gletscher überqueren. Entsprechende Ausrüstung ist erforderlich“.
Nachdem sich die Gruppe am Freitag um 9 Uhr am Parkplatz Fernergries getroffen hatte, ging es über den Sommerweg Wannet bis zum blanken Gepatschferner.
Dieser wurde mit Steigeisen und Pickel gequert und - vorbei an imposanten Gletscherspalten - ca. 200 Höhenmeter hochgestiegen, bis die Gruppe wieder auf den gegenüberliegenden Sommerweg traf.
Gute 200 Hm mit 25° Steilheit muss man auf den Gepatschferner hinauf, bevor man nicht ganz einfach auf der anderen Seite den Gletscher verlässt.
Nach ca. 3 1/2 Stunden Zustieg war um die Mittagszeit die bezaubernde Rauhekopfhütte (2731m hoch) erreicht.
21 Schlafplätze gibt es hier, Strom fließt spärlich, gekocht wird mit Holz und die Dusche und das Zähneputzen erledigt man im Freien – wenn das Wetter mitspielt.
Jeweils für zwei Wochen erledigen zwei ehrenamtliche Mitglieder der DAV Sektion Frankfurt mit viel Herzblut die Arbeit auf diesem abgelegenen Stützpunkt.
Nach einem schnellen Mittagessen wurden drei Seilschaften vor der Hütte aufgebaut. An Felsen, Fahnenmasten und Terrassentischen wurde in vermeintliche Gletscherspalten gestürzt, T-Anker gegraben und mittels Flaschenzugs geborgen. Im Rotationsverfahren musste jeder einmal diese Positionen einnehmen.

Leider war uns das Wetter nicht wohlgesonnen: Am späten Nachmittag begann es zu regnen, und die trockenste Zeit war vorbei.
Allerdings ging es in der Hütte weiter: Knoten- und Materialkunde, Seilschaft in Aktion und viel gute Laune beim Schafkopfen waren angesagt, bis es Abendessen gab.

Die aktuellen Hüttenwarte waren ganz begeistert von unserem Treiben, verfolgten mit großem Interesse unsere mehr oder weniger professionellen Übungen, setzten sich nach getaner Küchenarbeit (ging schneller, weil wir halfen) zu uns und waren sichtlich angetan von unserer Gruppe.

Am Samstag nach dem Frühstück wurden nochmals sehr intensive Trockenübungen in der Hütte gemacht, jedoch stellte sich heraus: die Wetterprognosen werden immer schlechter. Nach einer Abstimmung stand fest: die Mehrheit war für den Abstieg.

Die Überstimmten verabschiedeten sich mit einem weinenden Auge von diesem Kleinod – allerdings mit dem festen Vorhaben, diese Hütte im Winter nochmal zu besuchen.

Max und Michael: die DAV Sektion Gangkofen kann sich glücklich schätzen, zwei so erfahrene und geduldige Hochtourenleiter zu haben.

Vielen Dank, dass ihr eure Freizeit opfert. Aber ich hatte den Eindruck, auch euch hat es Spaß gemacht.

Sonntag: Um 10 Uhr vormittags wurde der Kurs in der heimischen Kletterhalle fortgesetzt. Selbstrettung, Expressflaschenzug mit der Micro Traxion, Unterschied aufprusiken mit und ohne moderne Hilfsmittel...

Vielen Dank auch noch für diesen Ausbildungstag.

Bericht: Petra