KS Tajakante | © DAV Gangkofen/Martin Götz_KS Mieminger Gebirge_KS Tajakante_Aufstieg_Am Einstieg
KS Leite | © DAV Gangkofen/Martin Götz_KS Mieminger Gebirge_KS Leite_Vertikaler Aufstieg_Blick auf Nassereith im Tal

Klettersteige Leite und Tajakante in Mieminger Gebirge

20.09.2026

Am vergangenen Wochenende waren sechs Mitglieder der Sektion Gangkofen mit Tourenleiter Martin Götz im Mieminger Gebirge auf Klettersteigtour unterwegs.

Der Winterraum der Coburger Hütte ist für die kommende Wintersaison 2026/27 geschlossen. Deshalb musste der Plan, im Oktober dort zu übernachten, verworfen werden.

Das neue Programm sah vor, am Samstag anzureisen, den Klettersteig Leite in Nassereith zu begehen und im Tal zu übernachten. Am Sonntag starteten sie am Parkplatz an der Talstation der Ehrwalder Almbahn, stiegen über den Hohen Gang auf, begingen den Klettersteig Tajakante und stiegen bis zur Coburger Hütte ab, wo sie einkehrten. Anschließend stiegen sie über den Immensteig ab.

Da keine Übernachtung auf der Coburger Hütte geplant war, konnte der Termin in den September vorverlegt werden.

Samstag - Klettersteig Leite

Der Klettersteig „Leite” verläuft im rechten Wandteil des Klettergartens oberhalb von Nassereith. Er ist mit den Schwierigkeitsgraden C/D eingestuft und hat eine reine Kletterhöhe von ca. 200 Hm.

 

Die Anfahrt verlief erstaunlich gut – bis wir den Fernpass erreichten. Dort stauten sich in beiden Richtungen die Urlauber.

Gegen Mittag trafen wir schließlich am Parkplatz in Nassereith ein und rüsteten uns gleich für die Begehung des Klettersteigs. Nach einem kurzen Zustieg ging es gleich steil und schwierig über plattige Wandabschnitte nach oben. Oben am Wandschluss angekommen, führte der Klettersteig über horizontale Seilabschnitte und eine kurze Seilbrücke aus der Felswand hinaus. Interessanterweise wurden in diesem Klettersteig keine künstlichen Tritthilfen wie Stahlstifte oder -bügel verbaut. Auch der Abstieg war angenehm kurz. Alles in allem ein gelungener Klettersteig.

Nach einer kurzen Pause in Biberwier fuhren wir zu unserer Unterkunft, die sehr idyllisch oberhalb des Ortes liegt und nur über einen Forstweg erreichbar ist.

Sonntag - Klettersteig Tajakante

Der Klettersteig „Tajakante” führt am Westgrat zum Gipfel des Vorderen Tajakopfs (2 450 Hm) hinauf.

Die Schwierigkeit ist mit D/E sowie Kletterstellen 1– angegeben, bei einer reinen Kletterhöhe von ca. 600 Hm.

Am Sonntag klingelte der Wecker um 4 Uhr. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Parkplatz und konnten kurz nach 5 Uhr starten.

Noch im Licht der Stirnlampen ging es durch den Wald zum Beginn des Hohen Gangs, einem ausgesetzten und seilversicherten Steig, der ohne viele Serpentinen steil nach oben führt.

Am Ende des Steigs war dann endlich das Licht der aufgehenden Sonne ausreichend und wir setzten unseren Weg zum Seebensee fort. Dort legten wir eine erste Pause ein, bevor wir uns auf den Weiterweg zum Klettersteig machten. Unterhalb der Felswand, auf der die Coburger Hütte thront, zweigt der Weg nach links ab und führt hoch zum Einstieg am Wandfuß des Westgrats.

Nachdem wir unsere Klettersteigausrüstung angelegt hatten, ging es gleich hinauf zum Einstiegsgrat.

Bald folgte die erste Steilstufe mit der Schwierigkeit C/D. Das war quasi der Test für die folgenden Abschnitte des Klettersteigs. Das Stahlseil führt sehr abwechslungsreich am Grat hoch. Es folgten noch einige weitere senkrechte Abschnitte mit Schwierigkeiten bis D/E. Im oberen Abschnitt des Steigs wurde der Steig zweimal durch Gehpassagen unterbrochen.

Der Klettersteig nutzt nur sehr wenige künstliche Tritthilfen und ist äußerst abwechslungsreich.

Zum Schluss kommt man am Gipfelkreuz heraus. Dieses liegt dem eigentlichen Gipfel des Vorderen Tajakopfs vorgelagert und ist nur wenige Meter tiefer gelegen.

Nach einer Pause, in der wir das fantastische Panorama – angefangen vom Blick hinüber zur Zugspitze – genossen, machten wir uns wieder auf den Abstieg. Dieser führte über einen anfänglich seilversicherten Weg ziemlich schnell hinab zum Joch zwischen Vorderen und Hinteren Tajakopf. Von dort aus geht es hinunter zum Drachensee.

Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichten wir die Coburger Hütte, auf deren Terrasse wir eine ausgiebige Brotzeit machten.

Danach machten wir uns auf den Weg hinab zum Seebensee. Dort begegneten uns die Massen an Tagestouristen, die entweder von der Bergstation der Ehrwalder Almbahn gestartet waren oder bequem mit dem E-Bike über die Fahrstraße hochfuhren, im Auf- bzw. Abstieg.

Wir gingen noch vorbei an der Seebenalm, bis wir auf Höhe der sogenannten Ganghofer Rast, einer offenen Unterstandshütte, den Abzweig zum Immensteig erreichten.

Im Internet wurde der Immensteig als äußerst schwieriger Steig bzw. als einfacher Bergweg beschrieben.

Nach unserem Empfinden war es ein gut begehbarer und häufig mit Stahlseil versicherter Steig. Bei Nässe kann er jedoch sehr unangenehm werden, da sowohl der Waldboden als auch die blanken Kalkfelsen dann ziemlich rutschig werden.

Am Ende des Immensteigs gelangten wir auf die Fahrstraße und nach kurzem Weg erreichten wir den Parkplatz. Dort wurden wir mit Blasmusik empfangen, die von der Brent Alm kam.

Leider gab es dann doch den sonntäglichen Stau der Münchner Sonntagsausflügler bis zur Autobahnauffahrt.

Nach gut 1.400 Höhenmetern, 14 Kilometern und elf Stunden inklusive reichlich Pausen ging ein abwechslungsreicher Bergtag zu Ende. Der Klettersteig Tajakante ist eine wirklich lohnende Unternehmung. Gerne wieder.

Die Teilnehmer: Martin S., Franz S., Quirin S., Florian S., Gabi N. und Martin Götz (Tourenleiter)