© (DAV-Gangkofen)

Staufenüberschreitung August 2026

mit Kienberg und Rauschberg

11.08.2026

Die Staufen – Überschreitung ist eigentlich in den Berchtesgadenern ein logischer Klassiker. Mehrfach wurde sie in den letzten Jahren in der Alpin – Literatur besprochen und gepriesen, so auch von Michael Pröttel im sehr lesenswerten Bändchen „Wilde Wege“.

Übrigens eine Parade – Tour für Freunde der Öffi – Anreise (mit PKW kaum zu organisieren)

Bergwanderleiter Bernd Aigner hatte die Tour schon einige Jahre auf seiner Agenda,

er hatte sie schon mit Werner Kühnel getestet, jetzt war es 1. Freitag im August 2026 endlich so weit:

 

6 Bergfreunde starteten simultan an 4 verschiedenen Bahnhöfen zu der 3- Tages – Tour.

Pünktlich gegen 9 Uhr angekommen schlenderten wir durch Piding, 2 Bäckereien bremsten unseren Tatendrang.

Wegen der herrschenden Rekordhitze wählte Bernd diesen Aufstieg im schattigen Hochwald an der Nordflanke des Bergmassivs, zunächst Forsttrassen folgend, dann auf einem angenehm ansteigenden ehemaligen Muli – Pfad. Dieser steilte auf, über eine Leiter und Trittklammern im Schrofengelände der „Steinernen Jagers“ kamen wir nach 1250 Hm und knapp 6 Stunden am Reichenhaller Haus an.

Diese DAV – Schutzhütte liegt malerisch fast am Gipfel des Hochstaufen (1771m), sie bietet traumhafte Tiefblicke nach Bad Reichenhall und Salzburg, wir können kaum glauben, dass wir den langen Bergrücken heraufgestapft sind, der von Pinding herzieht.

Die kleine Hütte wird liebevoll geführt von wenigen fleißigen Händen. Sie wirkt auf uns wie ein Brennglas, durch das wir auf unsere Heimat blicken: Die Infrastruktur etwas in die Jahre gekommen, durch den Klimawandel herrscht extreme Wasser – Knappheit, und 1 Woche vor unserer Tour war sie vorübergehend mit Helikopter evakuiert worden, da ein Blitz etwas unterhalb in der Gluthitze zu einem Latschenbrand geführt hatte.

Am Samstag ging es zunächst südseitig 30 Minuten bergab Richtung Bad Reichenhall, dann bogen wir in einen Pfad Richtung Westen ab. Immer dem Verlauf des scharfschneidigen Kamms folgend, turnten wir bald links, bald rechts davon über Schrofen, teils stahlseil – gesichert, dann wieder luftig direkt auf dem Grat. So überschritten wir den Mittelstaufen (1657m), den Zenokopf (1756m), den Zwiesel (1782m) als höchsten Punkt unserer 3 Bergtage und schließlich den Gamsknogel (1750m); und weil ein Gipfel nur ein Gipfel ist, wenn er nach allen Seiten hin deutlich abfällt, lagen dazwischen natürlich immer wieder ordentliche Einschartungen mit entsprechenden Ab- und Aufstiegen.

Auf 1450m graste dann das erste Jungrind, auf der zugehörigen Kohleralm gab es dann endlich Trinkwasser – und andere Getränke und verschiedene Kuchen –

und wir lernten Kurt kennen, einen Tango – Freund von Uli, Carola und Hermann, der uns als „local“, als Quasi – Einheimischer für den Rest der Tour ortkundig betreute.

 

Für unsere 2. Nacht hatte Bernd Talquartiere in Inzell gebucht, die wir auf der letzten Meile mit dem Ortsbus erreichten. Nach 9 Stunden auf den Beinen und über 1500 Meter Abstieg  freuten wir uns über die Duschen und mehr noch über Trinkwasser aus dem Hahn in beliebiger Menge.

Die geographisch logische Fortsetzung unserer Gebirgsüberquerung nach Westen erfolgte dann am Sonntag.

Der RVO – Bus setzte uns im Schmelz ab, dann ging es stramm die Nordflanke des Streichers (1594m) nach oben, den wir deutlich unter der „Taferlzeit“ erreichten.

Weglos stiegen wir über eine licht bewaldete Almwiese zum Kienbergsattel (1430m) ab, dann wand sich eine sonnige Almstraße lange um den Rauschberg, bevor sie sich unbarmherzig aufsteilte; Der Vordere Rauschberg (1645m) präsentierte sich trotz des stabil sonnigen Sonntags fast menschenleer, der stillgelegten und partiell rückgebauten Bergbahn sei´s gedankt. Allerdings zwang uns die geschlossene Gastronomie auch zur strikten Rationierung unserer Rucksack – Vorräte.

Beim langen Abstieg über den Hutzenauer Steig wurde uns bewusst, dass wir über 1000 sonnige Höhenmeter aufgestiegen waren.

Nach über 7 Stunden stellten wir am Talboden fest, dass wegen einer noch nicht ganz abgeschlossenen Straßenbaustelle der einkalkulierte Linienbus auf sich warten ließe.

 

Wir hatten das Glück der Tüchtigen: Max Altmannshofer war nach einem Drachen – Flug - Tag noch in der Nähe und kutschierte uns zum Bahnhof Ruhpolding, von wo aus wir uns in verschiedene Richtungen heimbegaben.

Ulrike, Carola, Christiane, Hermann und Klaus bedanken sich bei Bernd Aigner (und „local“ Kurt) für die wunderbare Tour, wie immer gründlich vorbereitet und fürsorglich durchgeführt.

 

 

Klaus P.